Rechtliches zum Happy Slapping

Happy Slapping und rechtliche Konsequenzen werden von Anwalt Thomas Will aus Saarbrücken analysiert und zusammengefasst. Als Anwalt für Strafrecht hat er Erfahrung im Bereich Körperverletzung und auch mit modernen Phänomenen.

Härtere Strafen für „Happy Slapping“?


Was ist „Happy Slapping“ ?

Als Anwalt für Strafrecht aus Saarbrücken bin ich natürlich auch stets „up-to-date“ im Hinblick auf sehr lustig klingende Anglizismen, die eigentlich nur nettere Umschreibungen für strafrechtlich relevante Dinge sind. Das „fröhliche Schlagen“, wie Happy Slapping zu deutsch heißt, ist bereits seit 2004 ein bekanntes Phänomen, bei dem meist jugendliche wahllos Passantinnen und Passanten angreifen und dies filmen, um es dann in den sozialen Medien zu teilen. Dieser Angriff wird unter dem Begriff Happy Slapping zusammengefasst.
Zwei aktuelle Fälle aus den Medien sind auch sicher nicht an Ihnen vorbeigegangen, nämlich die Ohrfeige von Schauspieler Will Smith und die Ohrfeige, die Comedian Oliver Pocher einstecken musste.

Härtere Strafen für „Happy Slapping“?

Während man bei der Ohrfeige, die Will Smith an den Gastgeber der Oscar-Verleihung verteilt hatte, eher impulsiv und weniger als Happy Slapping verstehen kann, so ist hingegen der Angriff auf Oliver Pocher ein gutes Beispiel für das Phänomen. Der „Rapper“ Omar hingegen lies den Angriff filmen um sich dann anschließend im Internet dafür feiern zu lassen. So definiert man das Happy Slapping. Durch das vermehrte Auftreten in sozialen Medien erhöhen sich dementsprechend auch die Forderungen nach härteren Strafen oder gar eines eigenen Paragraphen für das Happy Slapping. Doch unabhängig von der Begrifflichkeit, eine Ohrfeige ist und bleibt strafbar.

Ohrfeige als Straftat

Happy Slapping verbindet quasi 2 Straftaten, einmal die Ohrfeige als Gewaltanwendung, die eine körperliche Misshandlung (§223 Absatz 1 StGB) darstellt und auch dementsprechend bestraft werden kann. Darüber hinaus ist auch eine Strafbarkeit wegen Beleidigung mittels Tätlichkeit (§185 StGB) möglich. Darüber hinaus können auch eine Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs oder durch die Bildaufnahmen ein Verstoß gegen §33 Kunsturhebergesetz in Betracht gezogen werden. Je nach individuellem Fall oder Situation gibt es definitiv Gesetze, die solch ein Verhalten strafrechtlich verfolgbar machen.

Kein neues Gesetz oder härtere Strafen notwendig

Happy Slapping stellt zwar kein Kapitalverbrechen dar, es wird auf Antrag aber definitiv verfolgt und das je nach Lage und Situation auch nicht zu gering. Deshalb benötigt dieses Phänomen derzeit keinen eigenen Paragraphen, sondern vielmehr gute und gezielte Präventivmaßnahmen, damit sich solch ein Verhalten nicht etabliert. Würde der Gesetzgeber auf jeden unschönen Trend aus dem Internet reagieren, wäre das ein falsches Signal, denn mediale Früherziehung kann effektiver dabei helfen, solche Phänomene zu unterbinden, als für jedes dieser Phänomene weitere Paragraphen zu schaffen, wenn die Taten als solche ohnehin auch einzeln strafbar sind.

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