Die Sache mit den Zeugen

Vielleicht sieht man das als größtenteils im Strafrecht tätiger Anwalt etwas anders und ist vorsichtiger, aber auch im Zivilrecht oder auch wie diese Woche im Familienrecht, sollte man sich genau überlegen, wofür man Zeugen benennt.

Der Kollege, der die Gegenseite vertritt, hatte einen Zeugen dafür benannt, dass mein Mandant sich vor 2 Jahren mit der Ex-Frau des Gegners auf einem Waldspaziergang intensiv unterhalten habe. Der Zeuge habe die beiden gesehen. Was genau das beweisen sollte, hat sich keinem so richtig erschlossen, auch nicht der Richterin, die den Zeugen nur geladen hatte „um dem Antragsteller nicht den einzigen Zeugen zu nehmen, den er hat“.

Dann kam der Zeuge. Und sagte aus, dass er die Ex durchaus mal gesehen hatte. Ob das jetzt 2 oder 3 Jahre her sei, wisse er nicht mehr. Und wer ihr Begleiter gewesen sei, wisse er auch nicht. So habe er das damals auch dem Gegner erzählt. Meinen Mandanten erkannte er selbstverständlich auch nicht.

Wir haben dann auf meine Zeugen verzichtet, die Sache war durch.

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