Der wegen Bestechlichkeit, Verletzung des Dienstgeheimnisses und versuchter Nötigung angeklagte 48-jährige Richter und frühere Referatsleiter des Landesjustizprüfungsamtes Niedersachsen Jörg L., der Jura-Examensklausuren verkauft haben soll, muss weiter in Haft bleiben. Einen entsprechenden Antrag auf Aufhebung des Haftbefehls hat das Landgericht Lüneburg  abgelehnt. Fluchtgefahr bestünde schon deshalb, weil er sich bereits bei Bekanntwerden der Vorwürfe Ende März nach einem Dienstgespräch über mögliche Unregelmäßigkeiten bei Prüfungen nach Italien habe, wo er auch festgenommen worden sei.

Außerdem sei er aufgrund von Zeugenaussagen von Referendaren, einem überwachten Mobiltelefon sowie aus rekonstruierten Computerdaten und SMS-Nachrichten dringend tatverdächtig.

Bisher hat sich Jörg L. nicht zu den Vorwürfen eingelassen.