Gericht

Nervenzusammenbruch

Es liegt mir fern generell die Arbeit von Gerichten, Staatsanwaltschaften und sonstigen Behörden zu kritisieren. Überall passieren mal Fehler, auch bei uns. Deshalb bin ich generell der Meinung „das kann ja mal vorkommen“.

Wenn es sich aber häuft und dann immer an der selben Stelle, kann man mal leicht die Beherrschung verlieren. Ein paar Beispiele aus dieser Woche:

Wir bekommen ein Anschreiben mit der Bitte das beigefügte Formular ausgefüllt zurückzuschicken. Allerdings ist kein Formular beigefügt und auch sonst ist nicht ganz klar, um was es überhaupt geht.

Ich will einen Untersuchungsgefangenen besuchen, der mich mit der Verteidigung beauftragen möchte. Also beantrage ich einen Sprechschein und faxe mein Schreiben direkt zu der zuständigen Geschäftsstelle. Wie üblich lasse ich einen Tag später nachfragen, da sonst erfahrungsgemäß erstmal überhaupt nichts passiert. Meiner Mitarbeiterin erklärt der Geschäftsstellenbeamte, es wäre nie ein Fax gekommen und wir sollten den Antrag noch einmal faxen. Haben wir gerne gemacht und auch noch die Sendebestätigung des letzten Faxes beigefügt.

Um einen neuen Mandanten mit Dolmetscher besuchen zu können, brauche ich eine Besuchserlaubnis für den Dolmetscher. Die Besuchserlaubnis erteilt der zuständige Staatsanwalt. Allerdings habe ich nur das Aktenzeichen vom Bereitschaftsgericht. Auf dem Protokoll steht auch die Durchwahl. Also ruft meine Mitarbeiterin unter dieser Nummer an um das Aktenzeichen der Staatsanwaltschaft zu erfragen. Der mensch am anderen Ende der Leitung erklärt ihr, dass er überhaupt nichts mit dem Bereitschaftsgericht zu tun habe und auch nicht wisse, wie seine Nummer auf das Protokoll komme. Auf die Daten vom Bereitschaftsgericht könne er auch nicht zugreifen. Unter der Durchwahl, die die Mitarbeiterin von dem netten Menschen bekommen hat, geht niemand ran.

Das sind alles nur Beispiele von gestern und heute und alles unnötiger Käse, der hier aber Arbeit verursacht und somit Geld kostet, nur weil andere ihre Arbeit nicht richtig machen. Fehler können passieren, aber wenn nur noch Fehler passieren, läuft irgend etwas schief.

Terminsverwirrung

In einer Strafsache am Amtsgericht habe ich gestern über die Gerichtspost eine Ladung zu einem Hauptverhandlungstermin bekommen. Länger als 2 bis 3 Stunden dürfte die Sache nicht dauern.

Heute bekomme ich ein Fax in eben dieser Sache mit 5 Terminen zur Auswahl und der Bitte mitzuteilen, ob ich an einem dieser Termine Zeit habe. Ich persönlich hätte es ja listiger gefunden, wenn das Gericht zuerst angefragt hätte, wann ich Zeit habe und dann erst den Termin bestimmt hätte. Aber da ist ja nur meine persönliche Meinung.

Ich werde natürlich nachfragen, was es mit der heutigen Anfrage auf sich hat…vielleicht steckt ja doch irgend ein Sinn dahinter.