Manchmal frage ich mich, ob die Staatsanwaltschaft (oder auch Gerichte) Schriftsätze von Anwälten manchmal mutwillig ignorieren oder ob es einfach Schlamperei ist.

In einer Betäubungsmittelsache hatte ich mich für den Mandanten bestellt und Akteneinsicht beantragt. Der Vorwurf ist nicht ohne. Nach einem Monat erinnere ich mal höflich an die Akteneinsicht. Zwei Wochen später steht der Mandant völlig aufgelöst vor der Tür. Er hat eine Anklage erhalten mit dem Hinweis, dass im der gerichtsbekannte Urteilsbegleiter Kollege X zum Pflichtverteidiger bestellt wird.

Nicht nur, dass ich es keinem Mandanten übel nehmen kann, wenn solche Sachen das Vertrauen in den Verteidiger nachhaltig erschüttern, denn aus Sicht des Mandanten hat der Verteidiger sich ja um überhaupt nichts gekümmert. Auch wird der Verteidigung jede Möglichkeit genommen, im Ermittlungsverfahren Einfluss auf das Verfahren zu nehmen.

Es ist nicht das erste Mal, dass mir so etwas passiert. Jedes Mal befanden sich meine Schreiben nachweislich nicht in der Akte, obwohl ich jeweils eine Sendebestätigung hatte, dass die Sachen angekommen sind.