In einer Verhandlungspause einer größeren Strafsache am Landgericht kam heute das Gespräch zwischen Gericht, Staatsanwältin und mir auf das Thema Trinken im Gerichtssaal. Natürlich nicht Alkohol, sondern Trinken generell. Das ist tatsächlich ein Problem, jedenfalls dann, wenn Sitzungen von morgens bis in den späten Nachmittag oder sogar Abend gehen. Manche Richter ziehen die Verhandlung am Stück durch, unterbrochen von der ein oder anderen kleinen Pinkelpause. Während der Verhandlung darf man nicht trinken. In den Pausen kann man sich auch schlecht einen Liter Wasser rein kippen, denn dann muss man ja kurz später wieder zur Toilette. Ohne ausreichende Flüssigkeitszufuhr stellen sich aber irgendwann bei den meisten Menschen Konzentrationsprobleme und Kopfschmerzen ein. Bei manchen Richtern allerdings scheinbar nicht.

Jedenfalls haben das heute morgen in unserer Diskussionsrunde alle genauso gesehen, weshalb die Vorsitzende vorgeschlagen hat, dass man es eigentlich so regeln sollte, dass jeder Verfahrensbeteiligte wenigstens ein Glas Wasser vor sich haben dürfte. Ich finde das keine schlechte Idee, auch wenn ich mich im Laufe der Jahre halbwegs daran gewöhnt habe, auch längere Zeit ohne Wasser auszukommen.