Ich habe gerade 190 Seiten Ermittlungsakte gelesen. Es geht um eine angebliche gefährliche Körperverletzung unter, so sagt man wohl, Randständigen. Mein Mandant saß ein paar Tage in Untersuchungshaft, nach einer Woche konnte ich aber erreichen, dass der Haftbefehl außer Vollzug gesetzt wurde. Das war aber schon 2 Jahre nach der Tat.

Die ersten 10 Seiten der Ermittlungsakte umfassen wie üblich die Einsatzberichte der Polizei. Dann kommen rund 170 Seiten lang Versuche, den Geschädigten Zeugen zu vernehmen. Auf diverse Vorladungen reagierte keiner. Dann fand die Polizei heraus, dass der Geschädigte in Untersuchungshaft saß. Als die Vernehmungsbeamten in die JVA wollten, saß der Geschädigte bereits in einer anderen JVA. Als sie dort hin kamen, war er bereits entlassen. Unter der Meldeanschrift hielt er sich nicht auf…und so weiter und so weiter…

Nächste Woche ist Hauptverhandlungstermin. Ich kann mir schon denken, wer nicht erscheint…