Gefängnis

Die erste Woche

Die erste Woche im neuen Jahr ist geschafft und die ersten drei Strafsachen sind erledigt.

Generell komme ich immer gerne raus aus dem Saarland, auch gerne mal weiter weg. Man lernt andere Gerichte, Richter und Staatsanwälte kennen und sieht was von Deutschland. Meistens ist das ganz nett, machmal weniger und manchmal eine Mischung aus beidem.

Diese Woche habe ich an der Kammer für Betäubungsmittelsachen an einem Landgericht im benachbarten Rheinland-Pfalz in einer Sache wegen Einfuhr einer nichtgeringen Menge Betäubungsmittel verteidigt.

Die Verhandlung lief absolut korrekt, der Vorsitzende war nett, umgänglich und machte seinen Job wirklich gut. Alles gut, bis zum Urteil. Bei der Strafe habe ich dann aber doch die Ohren angelegt. Im Vergleich zum heimischen Landgericht und auch zu anderen Gerichten empfand ich die Strafe als sehr hoch.

Noch mehr irritiert hat mich dann allerdings die Verteidigerin des Mitangeklagten, mit der ich demnächst am selben Gericht, wieder in einer BtM-Sache, allerdings an der Jugendkammer verteidige. Sie meinte nämlich, dass es bei der Jugendkammer keinen solchen Kuschelkurs gäbe, dort wären die Strafen richtig heftig. Ich bin gespannt.

Betrüger entlässt sich selbst aus der Haft

Im März 2014 hat es in Großbritannien ein 28-jähriger Häftling, ein Millionenbetrüger, geschafft, sich selbst aus der Haft zu entlassen. Der Mann erstellte eine Emailadresse, die der amtlichen Adresse täuschend ähnlich sah. Von dieser Adresse aus schickte er gefälschte Entlassungspapiere an die Haftanstalt, eines der am besten gesicherten Gefängnisse in Großbritannien.

Die Fälschung war so gut, dass der Mann tatsächlich aus der Haft entlassen wurde. Nach drei Tagen Flucht stellte er sich allerdings selbst. Momentan läuft sein Prozess am Southwark Crown Court.