Kürzlich habe ich an einem relativ weit entfernten Amtsgericht verteidigt. Ein Weg waren knappe 5 Stunden Fahrt. Die Verhandlung war völlig unspektakulär und endete mit dem gewünschten Ergebnis.

Dann habe ich meine Pflichtverteidigergebühren abgerechnet und es wurde lustig. Zunächst sollte ich wegen der Fahrtkosten versichern, dass ich an diesem Tag an diesem Gericht nur diesen einen Termin hatte. Das hätte ich in meinem Antrag vergessen. Nun ja, die Kanzleisoftware fügt dem Antrag automatisch alle möglichen Angaben hinzu, die man dann jeweils ankreuzen kann. Eine Option „einen oder mehrere Termine wahrgenommen“ gibt es aber nicht. Und noch kein Gericht wollte dies in den letzten 12 Jahren versichert haben. Aber egal, kurzes Schreiben gemacht und ab aufs Fax.

Dann kam die nächste Nachfrage. Ich solle bitte die Kopien die ich gefertigt habe, belegen und zwar durch Übersendung meiner Kopie an das Gericht. Ist mir auch noch nie passiert. Da nicht explizit in dem Schreiben stand, wir sollten die Akte mit der Post schicken, haben wir sie eben gefaxt, die paar hundert Seiten. Es kam keine Beschwerde darüber, aber es wurden mir ein par Euro Kopierkosten abgezogen, da ich unnötige Kopien gefertigt hätte. Z.B. den Aktendeckel, den bräuchte ich schließlich nicht. Auch das war mir egal.

Lustigerweise kam dann heute ein dickes Paket von diesem Amtsgericht. Drinnen war die Akte, genauer gesagt, das Fax meiner Akte.