Zu einer Hauptverhandlung war heute eine Zeugin aus Rom nicht erschienen. Die Dame war Balletttänzerin und hat zur Zeit wohl ein Engagement in Graz. Über ihre Anwältin ließ sie ausrichten, dass sie nicht kommen könne, wenn das sie dann Geld koste, wäre ihr das herzlich egal, sie habe schließlich jeden Tag eine Vorstellung zu geben. Aber im Januar können sie an zwei (!) Tagen und im Februar sei sie an einem (!) Tag frei. Die beiden Tage im Januar waren Samstage. Das Gericht war nur wenig begeistert und die Dame darf nun nicht nur ein Ordnungsgeld zahlen, sondern auch noch die Kosten des Verhandlungstages tragen.

Ich machte zwar noch Witze, dass man sie doch während einer Aufführung verhaften und vorführen lassen könnte. Das Lachen blieb mir aber im Halse stecken, als mein Mandant im Saal mit einem Haftbefehl von einem 100 km entfernten Amtsgericht verhaftet wurde. Also ließ ich alle Nachmittagstermine absagen und fuhr 100 km zur Vorführung. Ich konnte erreichen, dass der Haftbefehl aufgehoben wurde. Da der PKW des Mandanten in Saarbrücken stand, die Polizei ihn aber aus „versicherungstechnischen Gründen“ nicht mitnehmen durfte, fuhr ich ihn dann wieder nach Saarbrücken, obwohl ich eigentlich in eine andere Richtung musste. Der Mandant durfte dann sichtlich erleichtert seine 180 km lange Heimreise antreten.