Die saarländische Justiz veranstaltet jedes Jahr an Weiberfasching eine Feier in den Räumlichkeiten der Staatsanwaltschaft. Dieses Jahr kam es zu einer Schlägerei zwischen einem Richter und einem Wachtmeister, in deren Verlauf der Richter mutmaßlich mit einem Bierkrug zuschlug. Scheinbar ging es um eine Frau. Der Wachtmeister musste ins Krankenhaus gebracht werden und die Staatsanwaltschaft verständigte die Polizei. Nun wird gegen den Richter wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Natürlich ist die Sache momentan das Gesprächsthema an den Gerichten. Der Richter ist erstmal in Urlaub, seine Verhandlungstermine, soweit sie keine Haftsachen sind, wurden aufgehoben, darunter auch Sachen in denen ich verteidige.

So weit, so schlimm.

Die saarländischen Medien berichteten erstaunlich schnell. Natürlich wurde der Richter nicht namentlich genannt. Aber er wurde so genau beschrieben, dass jedem, der zumindest mit der Saarbrücker Strafjustiz zu tun hat, direkt weiß, wer gemeint ist. Das Amtsgericht Saarbrücken ist zwar nicht riesig, aber doch so groß, dass nur die Bezeichnung „Richter“, von mir aus auch noch „Strafrichter“ nicht unbedingt dazu geführt hätte, dass jeder gleich weiß, um wen es sich handelt.

Egal wie die Geschichte ausgeht, zumindest als Strafrichter wird er wohl kaum mehr arbeiten können. Eine etwas dezentere Berichterstattung wäre sicherlich angemessen gewesen.