Ich möchte einen Mandanten besuchen, der inhaftiert ist. Der Mandant spricht kein Deutsch und ich dummerweise kein Rumänisch. Folglich brauche ich einen Dolmetscher. Der Dolmetscher braucht eine Besuchserlaubnis, diese beantragt üblicherweise der Anwalt.

Auf meinen Antrag hin erhalte ich eine Besuchserlaubnis für den Dolmetscher, allerdings mit einer Einschränkung, wie sie üblicherweise während der Untersuchungshaft für „normale“ Besucher gilt. Nämlich mit der Maßgabe, dass der Besuch von einem Polizeibeamten überwacht wird.

Das nützt mir natürlich wenig, da dann mein eigentlich unüberwachter Besuch bewacht wäre. Da ich heute auch die Ermittlungsakte erhalten habe, kann ich sehen, dass nicht etwa der Geschäftsstellenbeamte einen Fehler gemacht und eine falsche Vorlage verwendet hat, nein, das war genau so vom Oberstaatsanwalt verfügt worden.

Einen Anruf hat es mich gekostet, jetzt habe ich die Besuchserlaubnis ohne Einschränkung.