Am Wochenende hab ich mal wieder ein paar Stunden beim Bereitschaftsgericht verbracht. Bei mehreren nicht deutschsprachigen Festgenommenen und nur einem Dolmetscher dauert es halt etwas länger. Was macht man also, wenn man warten muss? Man spielt Angry Birds und quatscht mit Kollegen und Polizeibeamten.

Irgendwie kam ich mit einem Beamten, der ansonsten hauptsächlich im Bereich häusliche Gewalt ermittelt, auf das Thema Falschbeschuldigung. Dabei er mir der Beamte, dass ihn niemand anlügen könne. Er würde das sofort merken und wäre sich da auch ganz sicher.

Ich habe dazu lieber weiter nichts gesagt und ihn weder auf das Buch der Kollegin Gabriele Jansen noch auf diverse wissenschaftliche Studien verwiesen, die belegen, dass auch ein erfahrener Kriminalist nicht besser im Erkennen von Falschaussagen ist, als jemand, der einfach wild drauflos tippt. Ich hatte keine Lust auf die Diskussion, die dann zweifelsfrei begonnen hätte.

Allerdings finde ich es erstaunlich, dass es immer noch jede Menge Ermittlungsbeamte gibt, die davon überzeugt sind, sie seien ein lebender Lügendetektor.